Scala Kulturpalast
Fontane Filmtheater
Das Kino wurde 1940 als Fontane Filmtheater in Werder an der Havel mit ursprünglich 560 Plätzen, 5 Logen und einer großen Bühne eröffnet. Bereits früh wurde das Gebäude nicht ausschließlich als Kino genutzt. 1946 gab der Dirigent Willy Steiner mit dem Rundfunkorchester Hannover hier das erste Konzert nach dem Krieg. Auch in späteren Jahren fanden im Haus Konzerte und Auftritte von Komikern statt. Im Jahr 2000 wurde der Kinobetrieb leider eingestellt. 2004 erfolgte auf Initiative der »Filmfreunde Werder« die Wiedereröffnung, Betreiber war Knut Steenwerth. Im Jahr 2021 wurde das Gebäude vom »Freundeskreis Scala Kulturpalast Werder e. V.« gekauft und an den Betreiber Gösta Oelstrom vermietet.
Architektur & Gestaltung
Das Gebäude ist ein stattlicher, symmetrisch gegliederter Putzbau. Er besteht aus dem straßenseitigen Foyerbau, dem rückwärtigen Saalbau sowie einem zweigeschossigen Querriegel dazwischen, der die Gesamterscheinung wesentlich prägt. In diesem befinden sich im Obergeschoss der Projektionsraum sowie in den seitlich gegenüber dem Saal vorspringenden Bereichen links das Treppenhaus und rechts ein Fahrradabstellplatz. Alle Gebäudeteile werden von flachen Walmdächern abgeschlossen, deren leichter Knick eine elegante Wirkung erzeugt. Der Saalbau ist fensterlos, wird durch geböschte Streben gegliedert und besitzt einen rückwärtigen Bühneneingang. Besondere Akzente setzen die Okuli im Obergeschoss des Quertrakts, die aus drei Rundbögen bestehende Arkade an der Vorderfront des Foyers sowie die breite Freitreppe, über die der Haupteingang erreicht wird.
Die Rundbogenarkade bildet einen Windfang von dem man zunächst in die kleine Kassenhalle gelangt. Seitlich davon befinden sich Toiletten und ein Büro. Anschließend öffnet sich das großzügige Foyer mit drei hohen Fenstern auf der rechten und den Garderoben auf der linken Seite. Über fünf Travertinstufen gelangt man über einen Umgang vorbei an sechs Logen in Richtung Kinosaal. Der Boden des Saals fällt in Richtung Bühne und Leinwand ab, seine Ecken sind abgerundet. Eine Besonderheit ist die erhaltene ursprüngliche Wandgestaltung: hinter einer jüngeren Samtverkleidung befindet sich noch die originale Wandbespannung der Berliner Firma Reinhold Kramm aus hellem Prägestoff.
Ansichten









Quelle: Texte: Stadtarchiv Werder, Bauakte; Literatur: 1. Golz, Reimar, Wehmütige Erinnerungen an die großen Zeiten des Kinos in Werder, in: MAZ vom 2.2.2000, S. 21; 2. Richter, Elisabeth, Alter Charme und moderne Technik, in: PNN vom 19.4.2004, S. 14.; 3. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Bd. 14.1, 2009, S. 598.
