Omas Kino wird neu bespielt
8. September 2003
Berliner renoviert in Werder ein Filmtheater so stilecht wie vor 63 Jahren
Werder (Havel). Omas Kino lebt. Das glaubt zumindest der Berliner Knuth Steenwerth – und macht etwas, was völlig gegen den Trend zu laufen scheint: Er will das seit Jahren geschlossene Kino der Havelstadt Werder wieder bespielen und so herrichten, wie es bei seiner Eröffnung vor 63 Jahren ausgesehen hat. Klein statt groß, nur ein einziger Saal, Backstein, Holz, Textiltapeten statt Glas, Beton und Teppichboden.

Steenwerth ist technischer Leiter bei der Berliner York-Kino GmbH. Seine Frau betreibt im Märkischen Viertel bereits das »Manhattan«. Er weiß: »Kino ist mehr als nur einen Film ansehen. Es ist ein Erlebnis.« Für Steenwerth ist Kino im Multiplex eigentlich »nur großes Fernsehen«.
Selbst als Baustelle strahlen der Vorraum und der 320 Zuschauer fassende Saal mit seinen sanft steigenden Sitzreihen und der samtroten Stofftapete Atmosphäre aus. Da das Gebäude seit 1940 nicht grundlegend verändert worden und die Bausubstanz in Ordnung ist, muss Steenwerth es, wie er sagt, »nur ein bisschen aufhübschen«, was noch bis zum November dauern wird. Damit sei das Haus eines der wenigen, wenn nicht das einzige stilreine Kino seiner Epoche – inklusive der sechs Logen.
Selbst die Originalbestuhlung aus dem Jahre 1940 ist in gutem Zustand erhalten. »Die Sitze sind oft sogar bequemer als die Kinosessel heutzutage.«
Besonders stolz ist Steenwerth auf den alten Kinogong, der – per Hand angeschlagen – wieder den Hauptfilm im Dreiklang ankündigen wird.
Zur Abrundung von Anspruch und Ambiente wird der Name »Fontane Lichtspiele« verschwinden. Stattdessen heißt das Kino künftig genre-gerecht »Scala«.
Der Kinomann wurde auf das seit Kurzem unter Denkmalschutz stehende Gebäude aufmerksam, weil ihn sein Gerätelager, das er in der Stadt unterhält, häufiger nach Werder führte. Als das Kino geschlossen und versteigert wurde, griff er zu.
Wo einst Marika Rökk über die Leinwand steppte und Hans Albers als Münchhausen auf der Kanonenkugel ritt, wird künftig ein familien- und jugendfreundliches Programm laufen. Auf »Terminator 3« will Steenwerth verzichten. Ihm steht der Sinn eher nach »Herr der Ringe«.
Interessierte können das Kino und den darunter befindlichen Luftschutzkeller am Tag des Denkmals am 14. September um 16 Uhr bei einer Führung besichtigen. Anschrift: Eisenbahnstraße 182, Werder/H.

Quelle: Stadtarchiv Werder; Text: Dieter Salzmann; Foto: Gurlt
Werders Kino öffnet wieder als »Scala«
7. September 2003
»Kino-Archäologe« Knuth Steenwerth kaufte denkmalgeschütze »Fontane Lichtspiele«
Werder (PamS/ldg). Im traditionsreichen Kino an der Eisenbahnstraße wird bald wieder Leben einziehen. Nach längerem Leerstand hat die TLG Immobilien GmbH das denkmalgeschütze Haus jetzt an den Berliner Kinoexperten Knuth Steenwerth verkauft. Er ist technischer Leiter der York-Kino GmbH. Selbst betreibt Steenwerth das Kino »Manhattan« im Märkischen Viertel der Bundeshauptstadt. Noch in diesem Jahr sollen wieder die ersten Filme zu sehen sein. Erstmals werden die Lichtspiele zum landesweiten Tag des offenen Denkmals am 14. September um 16 Uhr kurz ihre Pforten öffnen.
Knuth Steenwerth bezeichnet sich selbst als »Kino-Archäologe«. Traditionsreiche Häuser haben es ihm angetan. Und so waren die »Fontane Lichtspiele« für ihn schon seit vielen Jahren ein Begriff. Er registrierte mit Wehmut die Schließung vor einigen Jahren. Der Entschluss reifte, gemeinsam mit seiner Ehefrau das denkmalgeschützte Haus zu übernehmen. Die Architektur biete in Kombination mit moderner Ton- und Bildtechnik alle Voraussetzungen für eine hervorragende Aufführungsqualität, schätzt Steenwerth ein. Mit der Denkmalschutzbehörde ist er sich einig darüber, dass das Haus saniert werden, dabei aber weitgehend im Originalzustand verbleiben müsse. »Die Logen und viele andere Details begründen den Wert«, weiß der neue Besitzer. »Fontane Lichtspiele« soll das Haus jedoch nicht mehr heißen. Stattdessen wird der Schriftzug »Scala« werben.
Künftig soll es am Nachmittag ein Kinder- und Jugendprogramm geben. Es folgen unterhaltsame Streifen und am Abend dann anspruchsvolle Filme. Gleichzeitig wollen die neuen Betreiber ihr Haus für Kleinkunst und andere Veranstaltungen offen halten.
Bis zur Wiedereröffnung haben die Handwerker noch viel zu tun. An der Fassade sind schon die Probeanstriche zu sehen. Der Vorführraum erstrahlt bereits im frischen Weiß: Vorboten einer sicher freudig erwarteten Wiedergeburt.

Die Zeit der mit Platten vernagelten Türen sind für die Werderaner »Fontane Lichtspiele« bald vorbei. Der neue Eigentümer Knuth Steenwerth will neben Unterhaltung und Kinderfilmen auch anspruchsvolles Kino nach Werder holen. Das Kino wird jedoch dann den Namen »Scala« tragen.
Quelle: Stadtarchiv Werder, PamS; Text/Foto: Hagen Ludwig
Wehmütige Erinnerungen an die großen Zeiten des Kinos in Werder
2000
Die Schließung des Fontane-Filmtheaters in der Eisenbahnstraße berührt die Einwohner – Ein Rückblick auf die Kulturgeschichte der Inselstadt
Werder. Die Schließung des Fontane-Filmtheaters hat viele Einwohner sehr berührt. Anlass, sich einmal mit der Geschichte dieser Einrichtung und auch der zwei anderen Kinos in der Stadt zu beschäftigen. Im Januar 1940 wurde mit dem Neubau eines Kinos begonnen. Am Abend des 4. Juli 1940, einem Donnerstag, wurde das Filmtheater in der Eisenbahnstraße 183 [AdR: Nr. 182], damals Herrmann-Göring-Straße, seiner Bestimmung übergeben.
Architekt des Baus war der Berliner Gerhard Rehder. Die Firma Ernst Raue aus Glindow zeichnete für die Inneneinrichtung verantwortlich. Es gab 600 gepolsterte Sessel und die Bühne konnte auch als Sprechbühne Verwendung finden. Dann begannen die Vorstellungen. Bereits Sonnabend wurde der Film »Der Postmeister« mit Heinrich George, Hilde Krahl und anderen bekannten Schauspielern, dazu die neueste »Wochenschau« gezeigt.
Das Kino fand großen Zuspruch. Auch viele öffentliche Veranstaltungen fanden dort statt. Im Jahr 1946 gab der bekannte Dirigent Willy Steiner mit seinem Rundfunkorchester Hannover in diesem Kino sein erstes Konzert nach dem Kriege. Seine Gage: Kartoffeln, Kohlköpfe und ein paar Flaschen Obstwein.
Der Komiker und Variétédirektor Carl Napp, der einige Jahre in Werder wohnte, gab nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hier einen Vortragsabend gemeinsam mit Fredi Sieg, der durch das Lied »Und denn saß ich mit de Emma uff de Banke« berühmt wurde.
Auch im Jahr 1946 gelang es rührigen Werderanern, das Orchester des Städtischen Theaters Brandenburg nach Werder zu verpflichten. Da die Bühne des Fontane-Lichtspieltheaters zu klein war, kam man auf die glorreiche Idee: Es wurde mit viel Mühen und Aufwand eine Vorbühne gebaut. Und nachdem noch viele andere Schwierigkeiten beseitigt waren, kamen 500 meist festlich gekleidete Menschen und hörten eines der Brandenburgischen Konzerte, den »Hummelflug« von Rimski-Korsakow und andere bekannte Weisen.
Das erste in Werder genannte Kino befand sich auf der Inselstadt, und zwar am Markt 186 c [AdR: Nr. unbekannt]. Sein Eröffnungsdatum ist nicht bekannt. Im Jahr 1925 wird als Kinobesitzer Max Philipsen genannt. Doch es muss da bereits einige Jahre existiert haben, denn am 8. Januar 1925 ließ er eine Anzeige veröffentlichen, dass die Lichtspiele Inselstadt krankheitshalber sofort zu verpachten sind.
Am 14. Januar übernahm Paul Haftkowsky aus Glindow das Kino, das am 16. Januar wiedereröffnet wurde. Als Besitzer wurde jedoch immer Max Philipsen genannt, 1930 hat noch seine Witwe das Sagen, danach tauchen der Name und das Kino nicht mehr auf.
Das zweite Kino befand sich Unter den Linden 18. Einst das Restaurant von Hermann Felgentreu »mit großem Saale« entstand hier später der »Linden-Palast«, in dem sich auch ein Kino befand. Erste Meldungen aus dem März des Jahres 1927 besagten, dass hier Bruno Pohl ein Café hatte, zu dem auch die Linden-Palast-Lichtspiele gehörten. Es existierte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Besitzerin des Lichtspieltheathers war zuletzt die Witwe Frieda Pohl.
In den 30er-Jahren wurden Filme wie »Paradies der Junggesellen« mit Heinz Rühmann (1939), »Die Liebe und die Eisenbahn« mit Karin Hardt und Ida Wüst (1935), »Die Kreutzer-Sonate« mit Lil Dagover (1935), »Du kannst nicht treu sein« mit Lucie Englisch (1936) und viele andere gezeigt. Nach 1946 zogen die Sportler ein, vorwiegend Radballer und Kunstradfahrer.
Quelle: Stadtarchiv Werder; Text: Reimar Golz
Konkurrenz zu mächtig: Letzter Vorhang in Fontane Lichtspielen
2000
Werder/H. – Aus dem Telefonhörer kommt nur ein pfeifender Ton – nach dem Motto: »Kein Anschluss unter dieser Nummer.« Die Türen sind verschlossen. In den Schaukästen keine Programmankündigungen. Die Fontane Lichtspiele haben geschlossen – vielleicht für immer?
Keiner weiß es, Familie Freidank, die das Kino an der Eisenbahnstraße 182 in den vergangenen Jahren betrieb, hat aufgegeben. Das Filmtheater war unrentabel geworden. Zu groß ist die Konkurrenz: Das Multiplexkino in Wust bei Brandenburg hat viele Kunden abgezogen. Jetzt hat auch noch ein Großkino mit mehreren Sälen im Potsdam-Center der Landeshauptstadt eröffnet.
Die Fontane Lichtspiele galten als stilvollstes Kino der Region. Das Haus entstand 1936/37 [AdR: Baujahr 1940]. Die Inneneinrichtung war bis zuletzt plüschig-altmodisch, aber sympatisch. Wolfgang Freidank pachtete das Filmtheater 1991 und rettete es damit vor der Schließung. Mit einem ausgewogenen Programm lockten die Freidanks wieder Leute ins Kino. Bis 1996 stiegen die Besucherzahlen stetig an. Doch dann kam der Riese in Wust und griff nach Werder über. Noch aber hoffte Freidank, dass die Kinogänger nur vorübergehend wegbleiben würden. Das Neue muss ja ausprobiert werden.
Doch es blieb dabei: Immer weniger Filmfreunde kamen in die Fontane Lichtspiele. Obwohl es das einzige Kleinkino weit und breit preiswert blieb – der Eintritt kostete nur sechs Mark – kamen teilweise nur noch zwei, drei Gäste. Lediglich bei den Film-Highlights wie »Titanic« oder »Sonnenallee« kamen eine Hand voll mehr. Doch das reichte nicht.
Wolfgang Freidank weiß noch nicht, wie es für ihn und seine Frau weitergeht. Freidank ist ein alter Hase der Branche. Bis zur Wende war er Leiter des Kreislichtspielbetriebes. Insgesamt 40 Jahre hat er in der Kinobranche gearbeitet. Nicht nur Freidanks sind traurig. Auch Passanten, die an dem geschlossenen Kino vorbeikommen, sind ratlos. Die Werderanerin Angelika Parnemann beispielsweise verbindet mit den Lichtspielen Jugenderinnerungen. Oft besuchte sie das Kino gleich um die Ecke. »Meine Kinder müssen jetzt nach Brandenburg oder Berlin fahren, um einen Film zu sehen«, beklagt sie sich.

Türen dicht, Schaukästen leer: Die Fontane Lichtspiele Werder haben geschlossen.
Quelle: Stadtarchiv Werder; Text: Susann Fischer; Fotos: Gurlt
Licht aus
19. Januar 2000
Nach der Friedrichshöhe ist nun ein zweiter traditionsreicher »Kulturtempel« der Stadt Werder dicht: In den Fontane Lichtspielen wird das Licht ausgeknipst, doch kein Film flimmert mehr über die Leinwand. Die Betreiber-Familie holte resigniert die Fahne ein, die sie tapfer in der Nachwende-Zeit aufrecht gehalten hatte – aus Liebe zum Kintopp, der für sie weit mehr ist als der einschlägige Kassenhit. Doch die Multiplex-Kinos in Wust und Potsdam haben dem kleinen Bruder, dem Kleinstadtkino mit den altmodischen Plüschsesseln, das Wasser abgegraben: Wer im gnadenlosen Kampf um Massenpublikum, Komfortsessel und Niedrigpreise nicht mithalten kann, hat keine Chance. Aus der Kino-Traum.
Er hat sich auch deshalb ausgeträumt, weil die Masse der Werderaner mit anspruchsvollerer Filmkunst nicht ins Kino zu locken ist. Doch mit der rein auf Kommerz bedachten Monokultur von Rambo- und Weltuntergangsfilmen wollten sich die Betreiber nicht begnügen. Sie sind Filmliebhaber, keine Händler. Daher boten sie eine erfrischende Mischung aus Kassenschlager und anspruchsvoller Filmkunst – mitten in einer expandierenden Kleinstadt, die jetzt um eine Kulturstätte ärmer ist.
Quelle: Stadtarchiv Werder, MAZ; Text: Hiltrud Müller
Der Film ist gelaufen
17. Januar 2000
Fontane Lichtspiele in Werder wurden geschlossen – in aller Stille und ohne Ankündigung
Werder. Der Film ist zuende, sieben, vielleicht acht Leute haben ihn gesehen. Dass immer so wenige Zuschauer kommen, daran hat man sich fast schon gewöhnt und doch wundert es einen stets von neuem. Eine Komödie war es diesmal: Goldie Hawn und Steve Martin verbringen die krisenreichste Nacht ihres Ehelebens; ihre Welt ist aus den Fugen geraten, der Mann hat seinen Job verloren, das Geld ist ihnen abhanden gekommen und sie taumeln von einer Katastrophe in die nächste. Solche Dinge geschehen, vor allem im Kino, und am Ende ist meistens alles wieder gut.
»Was läuft nächste Woche?« fragen wir beim Rausgehen. Die Frau hinter der Theke schüttelt ganz leicht den Kopf. »Nichts«, sagt sie, »wir hören auf«. Schock. Unglaube. Die Fontane Lichtspiele! Das stilvollste Kino weit und breit. Das kann nicht sein. Wir wollen hier weiterhin Filme sehen! Aber es ist ernst. Die Schaukästen draußen sind leer. Ohne Ankündigung und in aller Stille schließt das Ehepaar Freidank das Kino.
Wolfgang Freidank ist ein alter Cineast. Seit vierzig Jahren hat er in der Kinobranche gearbeitet, bis zur Wende war er Leiter des Kreislichtspielbetriebes und seit 1991 hat er die Fontane Lichtspiele in Werder gepachtet, einen altmodisch-plüschigen Kinosaal von 1936/37 [AdR: Baujahr 1940].
Beinahe wäre das Kino schon 1989 endgültig geschlossen worden, aber mit der Übernahme durch Freidanks ging es erstmal bergauf. Bis 1996 stieg die Besucherzahl ständig an. Freidanks erwogen sogar, das Gebäude zu verkaufen. Da eröffneten die Kinos im Einkaufspark Wust, und die Besucherzahlen in den Fontane Lichtspielen sanken. Es war nicht nur ein vorübergehender Effekt, sondern sie sanken weiter. Multiplex war (und ist) das Zauberwort der Branche: mit gigantischem Aufwand und oft ebensolcher Verschuldung werden Kinos eröffnet, die sich unterdessen – wie Frau Freidank sagt – einen Preiskrieg liefern wie Aldi und Tengelmann bei Lebensmitteln. Die Kino-Riesen unterbieten sich gegenseitig, inzwischen werden hier und da für sieben Mark Eintritt Film und Getränk geboten. »Es ist aussichtslos für uns«, sagt Frau Freidank. Dabei war das Werderaner Kino nicht teuer, mit sechs Mark Eintritt lag es immer noch unter dem Durchschnitt. Und es bot im wöchentlichen Wechsel ein ausgewogenes Programm. Es gab eigentlich alles, vom Rambo- bis zum Problemfilm, Die Sonnenallee lief hier, Titanic, Rossini, Männerpension, Susi und Strolch, Der Pferdeflüsterer, Pünktchen und Anton: Publikumsmagneten, die auch relativ gut besucht waren. Aber »Fräulein Smillas Gespür für Schnee« beispielsweise oder »Dead Man Walking« – gähnende Leere. Warum nur? Frau Freidank klingt resigniert. Vorsichtig deutet sie an, dass es Kultur in Werder schon immer schwer gehabt habe. Von daher habe auch ein Programmkino keine Chance.
Aber Freidanks hielten lange Zeit durch. Sie zeigten Filme auch nur vor zwei Zuschauern. Der Entschluss, aufzuhören, kam dennoch ganz plötzlich. Es war letzten Sonntag. Die beiden studierten das Filmangebot der kommenden Wochen und wussten: Es ist nichts dabei, was wirklich gut ist und was die Leute ins Kino bringt. Warum also nicht das Ende jetzt gleich setzen?
Am Mittwoch Abend lief der letzte Film. »Schlaflos in New York«: Die Sinnkrise von Goldie Hawn und Steve Martin ist erheiternder als die der Freidanks. Das Ende der Fontane Lichtspiele setzt ihnen sichtbar zu. Wie es für sie selbst weitergehen soll, ist noch offen. Groß darüber sprechen möchten sie nicht, der Gedanke an ihr Kino schmerzt. Sie wollen es allein mit sich abmachen. Das ist zu verstehen.
Ein Stück kulturellen Lebens ist in Werder zu Ende gegangen: keine Kinderfilme mehr in den Ferien, keine Treffs mehr am Kino. Was wird nun aus den Werderaner Kinogängern? Sind sie ab jetzt gezwungen, nach Potsdam und Wust zu fahren?

EIN STÜCK WERDERANER GESCHICHTE GEHT VERLOREN. Die Fontane Lichtspiele schlossen – vielleicht für immer – ihre Pforten. Das Pächterehepaar Freidank gab auf.
Quelle: Stadtarchiv Werder, PNN; Text: Elisabeth Richter; Foto: Hagen Ludwig
